Ringelblume

(Calendula officinalis)

Die Ringelblume gehört mit ihren leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten zu den bekanntesten traditionellen Garten- und Kulturpflanzen Europas. Seit Jahrhunderten findet sie Erwähnung in der Pflanzenkunde, in Kräuterbüchern und in überlieferten Zubereitungen.

Dieses Pflanzenportrait bietet eine sachliche Übersicht über botanische Merkmale, Inhaltsstoffe sowie die traditionelle und kulturgeschichtliche Bedeutung der Ringelblume.


Kurzportrait

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wird überwiegend als einjährige Pflanze kultiviert und kann sich an geeigneten Standorten durch Selbstaussaat erhalten.

Ihre auffälligen Blütenköpfe erscheinen in verschiedenen Gelb- und Orangetönen. In Deutschland liegt die Hauptblütezeit ungefähr zwischen Juni und Oktober.

Ursprünglich ist die Ringelblume vor allem als Kulturpflanze bekannt. Außerhalb von Gärten kann sie gelegentlich verwildert auftreten.


Erkennungsmerkmale der Ringelblume

Wuchs & Blätter

  • aufrechter, verzweigter Wuchs
  • längliche bis lanzettliche Blätter
  • untere Blätter teilweise gestielt, obere meist sitzend
  • Blätter und Stängel leicht behaart
  • Pflanzenteile können sich etwas klebrig anfühlen
  • Wuchshöhe häufig etwa 30 bis 60 Zentimeter

Blüte & Standort

  • auffällige gelbe bis orangefarbene Blütenköpfe
  • typische Korbblüten mit äußeren Zungen- und inneren Röhrenblüten
  • lange Blütezeit vom Sommer bis in den Herbst
  • bevorzugt sonnige bis helle Standorte
  • häufig in Gärten, Bauerngärten und auf kultivierten Flächen anzutreffen

Ringelblume in der traditionellen Pflanzenkunde

Die Ringelblume besitzt eine lange Tradition in der europäischen Pflanzenkunde. Ihre Blüten wurden in historischen Kräuterbüchern beschrieben und für unterschiedliche Zubereitungen verwendet.

Besonders bekannt sind überlieferte Anwendungen der Blüten in Salben, Ölauszügen und anderen äußerlichen Zubereitungen. Auch Aufgüsse aus Ringelblumenblüten finden sich in der traditionellen Pflanzenkunde.

Die Bedeutung der Ringelblume beschränkt sich dabei nicht allein auf ihre Verwendung als Pflanze. Ihre kräftigen goldgelben und orangefarbenen Blüten machten sie zugleich zu einer beliebten Zier- und Bauerngartenpflanze.


Inhaltsstoffe der Ringelblume

Die Blüten der Ringelblume enthalten eine Vielzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe. In der Fachliteratur werden unter anderem folgende Stoffgruppen beschrieben:

Flavonoide

  • Quercetin-Derivate
  • Isorhamnetin-Derivate

Carotinoide

  • Lutein
  • Zeaxanthin
  • weitere Carotinoide und Xanthophylle

Diese Pflanzenstoffe tragen wesentlich zur charakteristischen gelben bis orangefarbenen Färbung der Blüten bei.

Triterpene

  • Triterpensaponine
  • Triterpenalkohole
  • Faradiol-Derivate
  • weitere Triterpenverbindungen

Weitere pflanzliche Begleitstoffe

  • wasserlösliche Polysaccharide
  • Cumarine
  • verschiedene phenolische Verbindungen

Ätherisches Öl

Ringelblumenblüten enthalten außerdem geringe Mengen ätherischen Öls, dessen Zusammensetzung verschiedene flüchtige Pflanzenstoffe umfasst.


Ringelblume in der traditionellen Küche

Auch als essbare Blüte ist die Ringelblume seit Langem bekannt. Vor allem die farbigen Zungenblüten wurden zum Verzieren und Färben verschiedener Speisen verwendet.

Beispiele für traditionelle und heutige Verwendungsmöglichkeiten:

  • als farbige Blütenblätter in Salaten
  • als Dekoration für Speisen
  • in Kräuterbutter
  • in Blütensalz
  • in Teemischungen
  • zum Färben und Verzieren verschiedener Gerichte

Historisch wurden Ringelblumenblüten aufgrund ihrer kräftigen Farbe teilweise auch als preisgünstiger Ersatz für Safran verwendet.


Sammeln der Ringelblume – kulturkundliche Hinweise

In traditionellen Sammlungs- und Verarbeitungspraktiken werden vor allem die geöffneten Blüten verwendet.

Dabei wird häufig beschrieben:

  • vollständig geöffnete Blüten zu sammeln
  • möglichst trockene Blüten zu ernten
  • nur unbehandelte Pflanzen zu verwenden
  • Blüten für eine spätere Verwendung schonend zu trocknen
  • getrocknete Blüten trocken und lichtgeschützt aufzubewahren

Die lange Blütezeit ermöglicht bei kultivierten Pflanzen häufig mehrere Ernten während des Sommers und frühen Herbstes.


Traditionelle Verarbeitung

Die Ringelblume wurde und wird auf vielfältige Weise verarbeitet. Überliefert beziehungsweise heute verbreitet sind beispielsweise:

  • getrocknete Ringelblumenblüten
  • Ringelblumentee
  • Ringelblumenöl
  • Ringelblumensalbe
  • Blütenessig
  • Blütensalz
  • Kräuterbutter mit Ringelblumenblüten
  • Ringelblumenblüten als essbare Dekoration

Die genannten Beispiele dienen der Darstellung traditioneller und kulturkundlicher Verwendungsweisen.


Hinweis

Die dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information über Pflanzen und ihre kultur- und pflanzenkundliche Bedeutung.

Sie stellen keine medizinische Beratung dar und ersetzen nicht die fachliche Beratung durch Arzt oder Apotheker.

Bei Korbblütler-Allergien ist besondere Vorsicht im Umgang mit entsprechenden Pflanzen und Zubereitungen geboten.


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